| Stand and Deliver? - Or Sit? Die Pinkelregel |
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Freitag, den 22. Januar 2010 um 00:00 Uhr
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Ich hörte einen Schrei vom Badezimmer. Ich rannte zum Klo und fragte ganz auβer Atem, was los wäre. Sie sagte nichts und zeigte mit dem Finger auf die Toilette. Oh Gott, dachte sie etwa, sie hätte etwas darin gesehen? Ein Baby-Krokodil? Ich lehnte mich hinüber und schaute rein. Nichts. Ich drehte mich zu ihr um, und sofort schleuderte sie mir einen Zorn entgegen. „Die Brille ist hochgeklappt!“ „Natürlich ist die Brille hochgeklappt, ich bin doch keine Bestie, ich klappe die Brille hoch, bevor ich pinkle!“ Diese nett gemeinte, aber anscheinend falsche Erklärung trieb sie in einen Wutanfall, der mir den Atem raubte. Um es kurz zu fassen: Ich sei ein dreckiges Tier, weil ich im Stehen pinkle. Pinkeln im Stehen sei unhygienisch und mucho-macho. Ich habe ihr erklärt, es sei alles eine Frage des Brauchtums: Für einen Engländer ist das Im-Stehen-Pinkeln ein fundamentales Menschenrecht, wie die Redefreiheit oder das Linksfahren. Für uns ist es so, als ob die Brille beim Hochklappen anfangen würde, die Nationalhymne zu spielen. Sich in diesem Moment hinzusetzen, wäre fast unpatriotisch. Und jetzt haben wir es: „Klogate“. Denn jetzt mache ich, was die deutschen Männer tun, und setze mich nur hin, wenn meine Frau dabei ist! Ein Englishman in Köln, von Mark Britton, Verlag KIWI, Köln, 2004
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Paul Whitelock
Paul hat einen Bachelor in Spanisch und Deutsch (BSc) von der Universität Salford in Manchester, England. Er hat auch ein Postgraduate Certificate of Education (PH-Training) und ein Diplom vom Institute of Linguists (MIL).

